In Hamburg at Heiligengeistfeld sind gestern Abend dreiundzwanzig Besucher des Doms in einem Kettenkarussell steckengeblieben, etwa fünfundzwanzig Meter über dem Boden. Für die meisten war es ein kalter Schock, andere filmten die Situation mit dem Handy. Sie alle saßen zwei Stunden lang in den schaukelnden Gondeln des «Nordic Tower» fest, bis die Feuerwehr sie auf Leitern sicher nach unten bringen konnte. Die Ursache: Eine mechanische Fallbremse war blockiert.
Am heutigen Mittwochvormittag war der TÜV bereits vor Ort. Ein Experte hat das Karussell gründlich untersucht. Sein erster Verdacht liegt auf einem möglichen Materialermüdung an einer kleinen, aber entscheidenden Komponente. «Solche Sicherheitssysteme sind normalerweise äußerst zuverlässig», sagt der Prüfer, der nicht namentlich genannt werden möchte, «aber bei dem ständigen Auf- und Abbau auf verschiedenen Volksfesten ist die Belastung enorm.»
Ich erinnere mich an meine ersten Dom-Besuche als Kind. Der Geruch von gebrannten Mandeln, das helle Licht der Buden und das schrille Kreischen aus der Geisterbahn – das Gefühl von sorglosem Vergnügen war immer absolut. Solche Vorfälle rütteln an diesem Grundvertrauen. Die gute Nachricht ist: Nach der gründlichen Überprüfung und einer notwendigen Reparatur dreht sich das Kettenkarussell heute Nachmittag wieder. Die Dom-Betreiber versichern, dass alle Sicherheitschecks abgeschlossen sind.
Doch die Frage bleibt, wie wir mit dem ewigen Zwiespalt zwischen Tradition und Technik umgehen. Ein Volksfest wie der Dom ist ein Stück lebendige Hamburger Kultur, fast 740 Jahre alt. Aber die Fahrgeschäfte werden immer höher, schneller und komplexer. Die regelmäßigen, strengen TÜV-Kontrollen sind da nicht nur eine Formsache, sondern unser aller Sicherheitsnetz. Vielleicht sollten wir als Besucher neben der Lust am Nervenkitzel auch ein bisschen mehr Bewusstsein für die Technik dahinter mitbringen. Ein kurzer Blick, ob das Personal konzentriert wirkt und die Anlage gepflegt aussieht, kann schon beruhigen.
Letztlich ist es ein Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Fahrvergnügen und Vorsicht. Der Dom geht noch bis Ende März. Die Besucher strömen weiter, und das soll auch so sein. Aber gestern Abend hat uns allen einmal mehr gezeigt: Absolute Sicherheit gibt es nicht – aber gute Kontrolle und schnelle Hilfe.
- Kettenkarussell steckengeblieben
- 25 Meter über dem Boden
- 2 Stunden in den Gondeln fest
- Mechanische Fallbremse blockiert
- TÜV Untersuchung vor Ort
- 740 Jahre alte Tradition
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Vorfall | Dreiundzwanzig Besucher steckengeblieben |
| Ort | Heiligengeistfeld, Hamburg |
| Höhe | 25 Meter |
| Dauer | 2 Stunden |
| Ursache | Blockierte Fallbremse |
| Überprüfung | TÜV war vor Ort |