Die ersten Schulkinder packen wieder ihre Tornister, und in Hamburgs Straßen zeigt sich, was der Sommer wirklich bedeutete: Ein Flickenteppich aus Bauzäunen, Umleitungsschildern und dem tiefen Dröhnen von Baumaschinen. Die Bilanz zum Ferienende ist durchwachsen. Manches dauert länger, anderes fängt gerade erst an.
Die Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee, ein neuralgischer Punkt für alle, die von Altona in die City wollen, wird nicht wie geplant Ende August freigegeben. Die Vollsperrung muss um eine Woche bis zum 7. September verlängert werden. Der Grund liegt unter der Erde: Die Bahn muss beim Neubau des Bahndamms ungeplant 10.000 Tonnen Erde austauschen. Eine riesige Menge, die einfach mehr Zeit frisst. Die gute Nachricht: Die Ausweichroute über die Elbchaussee bleibt entsprechend länger geöffnet, und die Züge sollen pünktlich ab dem 31. August rollen.
Doch auch wenn die Stresemannstraße wieder frei ist, ist die Ecke noch lange nicht fertig. Die Arbeiten an der Max-Brauer-Allee zwischen Schulterblatt und dieser Kreuzung ziehen sich hin. Ein konkretes Fertigstellungsdatum für den Kreuzungsbereich gibt es noch nicht, die zweite Septemberhälfte ist das Ziel. Erst dann kann die Brücke dort auch wieder von der Straße aus unterfahren werden. Es sind diese Details, die den Alltag der Anwohner und Pendler prägen – ein stetes Puzzle aus Umwegen und Geduld.
Und kaum löst sich ein Knoten, zieht sich der nächste zu. Ab Montag startet die nächste Großbaustelle, die viele im Viertel lange erwartet und gefürchtet haben: der Umbau der Straße „Beim Schlump“. Für rund ein Jahr wird hier gebaut, später folgt die Kreuzung Schäferkampsallee. Das gesamte Gebiet, ein sanierungsbedürftiger und wichtiger Umstiegspunkt zum Bahnhof Dammtor, wird bis Mitte 2027 neu gestaltet. Der Verkehr wird zwar grundsätzlich in beide Richtungen fließen können, aber mit vielen temporären Einbahnregelungen.
Ich erinnere mich an viele solcher Großbaustellen in meiner Zeit in Stuttgart oder München. Am Anfang steht immer die Hoffnung auf schnellere, schönere Wege. Dann folgt der lange Alltag des Bauens, der Lärm und der Staub. Die wahre Herausforderung ist es, den Menschen während dieser Jahre der Unbequemlichkeit transparent und verlässlich zu sagen, was auf sie zukommt. Hamburg steht diese Bewährungsprobe nun an mehreren Fronten gleichzeitig bevor. Die Frage ist: Wie viel Geduld hat die Stadt, wenn der Herbst stürmisch wird?
- Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee
- Vollsperrung bis 7. September
- 10.000 Tonnen Erde austauschen
- Ausweichroute über Elbchaussee
- Arbeiten an der Max-Brauer-Allee
- Umbau der Straße „Beim Schlump“
| Baustelle | Zeitraum | Details |
|---|---|---|
| Stresemannstraße | bis 7. September | Vollsperrung |
| Max-Brauer-Allee | unbestimmt | Arbeiten zwischen Schulterblatt und der Kreuzung |
| „Beim Schlump“ | 1 Jahr | Neugestaltung |
| Kreuzung Schäferkampsallee | später | Folgt nach „Beim Schlump“ |
| Gesamtes Gebiet | bis Mitte 2027 | Neugestaltung als Umstiegspunkt |