Helen Mirren kommt nach Hamburg. Die Nachricht, dass die britische Oscar-Preisträgerin den Douglas-Sirk-Preis des Filmfestes erhalten wird, hat hier in der Stadt viele Filmfans in freudige Erwartung versetzt. Es ist dieser Moment der direkten Begegnung mit einer Ikone, der ein Festival so besonders macht – nicht nur für die Branche, sondern vor allem für das Publikum.
Seit über sechzig Jahren prägt Mirren Theater, Film und Fernsehen. Malika Rabahallah, die Leiterin des Filmfest Hamburg, bringt es auf den Punkt: „Sie hat die außergewöhnliche Fähigkeit, selbst ikonischen Figuren Widersprüchlichkeit, Humor und Menschlichkeit zu verleihen.“ Ob als Queen Elizabeth oder als Ermittlerin Jane Tennison – ihre Figuren sind nie eindimensionale Abbilder, sondern immer komplexe Persönlichkeiten. Das ist genau das, was großes Kino ausmacht: Es zeigt uns nicht nur eine Geschichte, sondern auch die vielen Schichten, aus denen ein Mensch besteht. Ich erinnere mich an Gespräche mit Zuschauern nach Mirren-Filmen; da geht es selten nur um die Handlung, sondern fast immer um die faszinierende Ambivalenz ihrer Charaktere.
Nach der Preisverleihung am 29. September zeigt das Festival ihren neuesten Film „Ein Talent fürs Morden“, in dem sie die undurchsichtige Schriftstellerin Patricia Highsmith verkörpert. Es ist eine typische Mirren-Rolle: brillant, unberechenbar und voller Tiefe. Der Douglas-Sirk-Preis, den sie entgegennimmt, hat eine beeindruckende Tradition. Namen wie Wim Wenders, Catherine Deneuve oder auch die deutsche Schauspielerin Nina Hoss stehen auf der Liste der früheren Preisträger. Mirren reiht sich damit in einen Kreis ein, der das Kino als Kunstform entscheidend mitgestaltet hat.
Vom 24. September bis zum 3. Oktober wird Hamburg wieder zum Schauplatz für cineastische Entdeckungen. Mehr als 120 Filme aus aller Welt viele davon zum ersten Mal in Europa zu sehen warten in den fünf Festivalkinos. Die Anwesenheit einer Größe wie Helen Mirren unterstreicht dabei die internationale Strahlkraft dieses Events. Es ist eine Einladung, über die Kraft der Schauspielkunst nachzudenken und zu diskutieren: Was macht eine Darstellung unvergesslich? Vielleicht finden wir eine Antwort, wenn wir Ende September gemeinsam auf die Leinwand blicken.
- Über sechzig Jahre Erfahrung
- Auszeichnungen und Preise
- Komplexe Charaktere
- Internationale Strahlkraft
- Ein sehenswertes Festival
- Vielfalt an Filmen
| Vorname | Nachname | Preisträgerjahr |
|---|---|---|
| Wim | Wenders | 2013 |
| Catherine | Deneuve | 2015 |
| Nina | Hoss | 2020 |
| Helen | Mirren | 2023 |