Im Norden Hamburgs ist die Stimmung angespannt. In Seevetal, der Gemeinde direkt vor den Toren der Stadt, kleben seit Wochen nicht nur die bekannten Aufkleber der HSV-Ultras an Laternenpfählen und Stromkästen. Daneben tauchen vermehrt rechtsradikale Parolen auf, fremdenfeindliche Sprüche, die viele Anwohner verstören. „Man fühlt sich einfach nicht mehr wohl, wenn man mit den Kindern an so einer Laterne vorbeigeht“, erzählt mir eine Mutter aus Maschen am Telefon. Ihre Sorge ist deutlich spürbar. Was geht hier vor sich, südlich von Hamburg?
Die Fakten sind eindeutig. Die Polizei im Landkreis Harburg bestätigt mehrere Funde solcher Aufkleber in den vergangenen Monaten. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Es sind keine Einzelfälle, sondern eine Serie. Und sie tritt an einem neuralgischen Punkt auf: Die Grenze zwischen Fan-Kultur und politischem Extremismus scheint hier bewusst verwischt zu werden. Die HSV-Ultras distanzieren sich auf ihrer offiziellen Website deutlich von rechtsextremen Positionen. Doch genau diese Nähe wird offenbar ausgenutzt. Ein lokaler Politiker spricht von einer „gesteuerten Provokation“, die die Gemeinschaft spalten soll.
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg kenne ich ähnliche Muster. Rechte Gruppierungen suchen oft die Nähe zu Fußball-Fankurven, um ihre Botschaften zu verbreiten und Anschluss an junge Menschen zu finden. In Seevetal scheint dieser Versuch gerade besonders sichtbar zu werden. Die Reaktion der Gemeinde ist bislang vor allem eine des Aufräumens. Die Bauhofmitarbeiter entfernen die Aufkleber, sobald sie gemeldet werden. Das ist wichtig, aber es bekämpft nur das Symptom.
Die eigentliche Frage ist: Wer steckt dahinter? Und was ist das Ziel? Die Polizei geht von überregional agierenden Tätern aus. Der Schaden für das lokale Zusammenleben ist hingegen sehr konkret. Das Vertrauen schwindet, das Klima wird rauer. Mehr dazu beim NDR.
Es geht hier um mehr als nur um beklebte Pfähle. Es geht um die Frage, welches Gesicht unsere Gesellschaft im Alltag zeigt – gerade in den Kommunen um die großen Städte herum. Seevetal steht exemplarisch für viele andere Orte. Das Wegschauen der Nachbarn, das stillschweigende Dulden, das wäre der eigentliche Skandal. Die Aufkleber selbst sind nur das lautstarke Symptom einer stilleren Gefahr.
- Wachsame Augen.
- Klare Haltung der Vereine.
- Mut der Vielen.
- Offenes Seevetal.
- Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.
- Bewusstsein für Fremdenfeindlichkeit.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Stadt | Hamburg |
| Gemeinde | Seevetal |
| Problem | Rechtsradikale Parolen |
| Reaktion der Gemeinde | Aufräumarbeiten |
| Wichtige Frage | Wer steckt dahinter? |
| Haltung der Menschen | Entscheidend für die Zukunft |
Was braucht es also? Wachsame Augen, eine klare Haltung der Vereine und vor allem den Mut der Vielen, die für ein offenes Seevetal einstehen. Denn am Ende entscheidet nicht der Kleber auf der Laterne, sondern die Haltung der Menschen davor.