Hier in Norddeutschland geht momentan ein ungeduldiges Raunen durch die Wälder. Die Pilzsammler haben ihre Körbe bereitgestellt, doch der Waldboden gibt noch wenig her. Nach einer erneut trockenen Sommerphase fragen sich viele: Wann lohnt sich die Suche nach Maronen und Steinpilzen in diesem Herbst wirklich? Ich habe mit Experten in Hamburg und Kiel gesprochen, und ihre Antwort ist so klar wie ernüchternd: Es kommt ganz auf den Regen an.
„Pilze brauchen Wasser“, erklärt mir Linus Koch, Pilzcoach aus Hamburg. Die extremen Hitzephasen der letzten Jahre setzen der Natur enorm zu – und Pilze reagieren besonders sensibel. Seine Faustregel, die ich aus meiner Zeit in Baden-Württemberg bestätigen kann: Nach einer langen Trockenheit muss man zwei bis vier Wochen auf ergiebige Niederschläge warten, ehe die Fruchtkörper in bekannter Menge sprießen. Die Sommersaison sei schon „dürftig“ gewesen, berichten auch Jonas Frank und Sine Ulukaya von „Pilzgeflüster Schleswig-Holstein“. Sie betonen: „Bleibt es bis September so trocken, werden auch die Pilze noch auf sich warten lassen.“
Die Bilanz für 2025 fällt durchwachsen aus. Während es in Schleswig-Holstein leicht weniger Funde als in den Vorjahren gab, waren auch in Hamburgs vielfältigen Lebensräumen – von Stadtwäldern bis zu Moorgebieten – die starken Wetterwechsel ein Thema. Ein sorgsamer Umgang ist deshalb umso wichtiger. Alle Experten sind sich einig: „Verspeist wird nur, was mit hundertprozentiger Sicherheit bestimmt werden kann.“ Im Zweifel helfen Pilzsachverständige mit einer Korbberatung weiter, oder man konsultiert die Karten der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.
| Faktoren | Auswirkungen |
|---|---|
| Wasser | Bilanzierende Fruchtkörper |
| Hitze | Schwächung der Natur |
| Trockenheit | Wartezeit auf Niederschlag |
| Sicherung | Bestimmung der Pilze |
| Umgang | Nachhaltigkeit im Pilzesammeln |
| Geduld | Eigener Rhythmus der Natur |
Am Ende ist Pilzesammeln auch eine Frage der Geduld. Die Natur folgt ihrem eigenen Rhythmus, den wir nicht beschleunigen können. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion in diesem Herbst: Nicht der volle Korb ist das Ziel, sondern der achtsame Gang durch den Wald, der uns an unsere Abhängigkeit von einfachen Dingen wie Regen erinnert. Mehr zu sicheren Bestimmungsmerkmalen findet man beim Giftinformationszentrum Nord.