Am Freitagabend im Rostocker Ostseestadion sollte eigentlich der Fußball im Mittelpunkt stehen – die Erstrundenpartie des DFB-Pokals zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart. Doch schon vor dem Anpfiff zogen andere Bilder Aufmerksamkeit auf sich. In der malerischen Wismarer Altstadt, gut 50 Kilometer entfernt, gingen Polizeibeamte gegen 16:30 Uhr einem Raub nach. Einem 19-jährigen Fan aus Baden-Württemberg wurden offenbar Fanutensilien gestohlen. Zwei lokale Tatverdächtige, 18 und 19 Jahre alt, konnten schnell gefasst werden. Ein Vorfall, der zeigt: Selbst abseits der Stadien kann die Anspannung eines solchen Spieltags spürbar werden.
Direkt in Rostock häuften sich die Meldungen. Graffiti an einem Stromkasten am Südring, eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Heimfans in der Nordkurve während der zweiten Halbzeit. Am auffälligsten waren aber die wiederholten Zündungen von Pyrotechnik durch Hansa-Anhänger. Mehrmals traten dabei vermummte Personen in Erscheinung. Die Polizei zog Konsequenzen und nahm Strafanzeigen – unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz – auf. Solche Bilder kennen wir leider zu oft; sie überschatten die sportliche Leistung und binden wertvolle Polizeikräfte.
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich, wie emotional Pokalspiele sein können. Umso bemerkenswerter ist der letzte Satz der Mitteilung des Rostocker Polizeipräsidiums: Die An- und Abreise der Stuttgarter Fans verlief ohne weitere Vorkommnisse. Das ist ein wichtiges Detail. Es zeigt, dass der Großteil der Menschen friedlich unterwegs war, um das Spiel zu erleben. Die wenigen Zwischenfälle, so bedauerlich sie sind, dürfen nicht das Bild aller bestimmen.
Dennoch bleibt die Frage: Wann hören diese ritualisierten Störaktionen endlich auf? Sie gefährden Menschen, belasten den Steuerzahler und schaden dem eigentlichen Sport. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Vereine und echten Fans noch lauter werden – und sich deutlich von denen distanzieren, für die der Fußball nur der Hintergrund für ihre Aggression ist. Die Pokalnacht in Rostock gibt erneut Anlass, darüber nachzudenken.
- Fanutensilien gestohlen
- Zwei Tatverdächtige gefasst
- Graffiti an Stromkasten
- Auseinandersetzung in Nordkurve
- Wiederholte Zündungen von Pyrotechnik
- Polizei ergreift Maßnahmen
| Vorfall | Details |
|---|---|
| Raub | Fanutensilien gestohlen von Fan |
| Festnahmen | Zwei lokale Verdächtige |
| Graffiti | Am Südring |
| Auseinandersetzung | In der Nordkurve |
| Pyrotechnik | Zündungen durch Hansa-Anhänger |
| Polizeieinsatz | Strafanzeigen aufgrund von Gesetzesverstößen |
Die Meldung des Polizeipräsidiums Rostock finden Sie hier.