Wenn der Spreekanal am Donnerstagnachmittag plötzlich voller schwimmender Menschen ist, dann ist Wahlkampf in Berlin. Der Verein Flussbad hat wieder zu einer Schwimm-Demo aufgerufen – ein Protest gegen ein fast hundert Jahre altes Badeverbot, das in diesem Herbstwahlkampf plötzlich hochpolitisch wird. Ich erinnere mich an ähnliche Debatten aus Baden-Württemberg, wo die Nutzung von Flüssen oft zwischen Freizeitspaß und Gewässerschutz pendelt. Hier in Berlin geht es aber um mehr: Es geht um die Frage, wem die Stadt gehört.
„Angesichts der Folgen des Klimawandels öffnen viele europäische Metropolen ihre Flüsse wieder“, sagt Vereinsvorstand Jan Edler. Er hat recht. In München planscht man längst in der Isar, in Wien in der Donau. Berlin hingegen hält an einem Verbot aus einer anderen Zeit fest. Die geplante Demo wird von Politikern mehrerer Parteien begleitet – ein klares Zeichen, dass das Thema im Abgeordnetenhaus angekommen ist. Sogar die Volksbühne schließt ihr temporäres Becken aus Solidarität.
Die Wasserqualität der Spree? Sie ist besser als ihr Ruf, sagen viele Experten. Das eigentliche Hindernis ist oft der politische Wille, eine Pilotbadestelle einzurichten und Verantwortung zu übernehmen. Die Demonstranten wollen am Donnerstag zeigen, dass sicheres Schwimmen möglich ist. Ihr Protest ist ein Test: Wie viel Veränderung traut sich eine Stadt, die sich so oft als weltoffen feiert, aber an ihren Ufern oft abschreckend wirkt?
Es wird Zeit, dass Berlin seine Beziehung zum Wasser neu denkt. Nicht nur als Kulisse, sondern als Lebensraum. Die Schwimmer in der Spree sind da nur der Anfang. Mehr zur Wasserqualität findet man beim Umweltbundesamt.
- Schwimm-Demo am Spreekanal
- Protest gegen Badeverbot
- Politische Begleitung der Demo
- Wasserqualität der Spree
- Klimawandel und Flussnutzung
- Neues Denken über Wasser in Berlin
| Stadt | Fluss | Aktueller Status |
|---|---|---|
| München | Isar | Schwimmen erlaubt |
| Wien | Donau | Schwimmen erlaubt |
| Berlin | Spree | Badeverbot |