In Hamburg wird gerade über eine kleine Strecke mit großer Wirkung diskutiert. Etwa zwei Kilometer Schienenstrang könnten die Lebensrealität Tausender Menschen verändern. Die Frage: Soll die neue U-Bahnlinie 5, die ab 2040 den Nordwesten Hamburgs erschließen wird, auch die schleswig-holsteinische Nachbarstadt Schenefeld anbinden? Heute unterzeichneten Hamburgs grüner Verkehrssenator Anjes Tjarks und Schenefelds SPD-Bürgermeisterin Christiane Küchenhof eine Vereinbarung für eine Machbarkeitsstudie. 500.000 Euro sind dafür veranschlagt, getragen vom Land, dem Kreis Pinneberg und der Kommune selbst.
Es geht um mehr als nur um Schienen. Für die rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner Schenefelds wäre es der erste eigene Bahnanschluss überhaupt. Bisher sind sie auf Busse oder das Auto angewiesen, um nach Hamburg zu kommen. Bürgermeisterin Küchenhof ist überzeugt: „Unsere Stadt würde dadurch attraktiver.” Aus meiner Berichterstattung in Baden-Württemberg weiß ich, wie sehr ein Bahnanschluss ländliche Räume beleben kann – und wie langwierig die Planungen sind.
Die Hochbahn, die die Studie durchführt, hat bereits Zahlen parat. Die geplante Stammstrecke der U5 von Bramfeld nach Osdorf soll nach ihren Analysen mehr Fahrgäste befördern als jede andere Hamburger U-Bahnlinie. Eine Verlängerung über die Landesgrenze hinweg wäre ein starkes Signal für die Metropolregion. Senator Tjarks brachte es in Schenefeld auf den Punkt: „Wir begrüßen das als Stadt Hamburg natürlich, dass unser Umland darüber nachdenkt, Bahnverbindungen zu verlängern, damit Menschen die Gelegenheit bekommen, gut nach Hamburg zu kommen.”
Die Idee kommt aus der Pinneberger Kreispolitik, die im Frühjahr den Anstoß gab. Nun wird geprüft, ob diese knapp zwei Kilometer auch wirtschaftlich Sinn ergeben. Die eigentliche U5-Trasse führt von der jetzigen Endstation Hagenbecks Tierpark durch Stellingen und Lurup bis nach Osdorf. Ein weiteres Stück bis Schenefeld wäre ein vergleichsweise kleiner, aber logischer Schritt.
Was bleibt, ist das Warten auf die Ergebnisse der Studie. Bis 2040 ist es noch ein langer Weg, und solche Großprojekte kennen viele Wendungen. Doch allein die Prüfung zeigt: Der Wille zur engeren Verknüpfung von Stadt und Umland ist da. Es ist ein Projekt, das über kommunale Grenzen hinweg denkt. Die Frage wird sein, ob die Zahlen am Ende die Hoffnungen tragen können.
- Schaffung einer neuen U-Bahnlinie
- Verbindung von Schenefeld mit Hamburg
- Erster eigener Bahnanschluss für Schenefeld
- Wirtschaftliche Sinnhaftigkeit prüfen
- Stärkung der Metropolregion
- Langfristige Planung bis 2040
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Streckenlänge | 2 Kilometer |
| Budget | 500.000 Euro |
| Beteiligte | Land, Kreis Pinneberg, Kommune |
| Einwohner Schenefeld | 20.000 |
| Planungstart | Sofort |
| Fertigstellung | Ab 2040 |