Die Bilder erinnern an Corona-Zeiten: Stumme Containerbrücken, leere Kaianlagen, keine Züge auf den Hafenbahngleisen. Ein 24-stündiger Warnstreik hat gestern die deutschen Nordseehäfen lahmgelegt. Mehr als 2.000 Beschäftigte zogen allein in Hamburg mit Transparenten durch Waltershof – eine deutliche Machtdemonstration in Deutschlands wichtigstem Logistik-Drehkreuz.
In der Tarifrunde für rund 11.000 Hafenarbeiter liegen die Vorstellungen noch weit auseinander. Ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit. Die Arbeitgeber bieten 5,1 Prozent – allerdings gestreckt auf 19 Monate. Dazu kommen Sonderzahlungen. „Das Angebot geht nicht weit genug, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen“, sagt Co-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch von ver.di. Die Gewerkschaft pocht auf einen Inflationsausgleich. Aus Arbeitgebersicht ist der Streik angesichts der angespannten globalen Lieferketten unverhältnismäßig. „Wir sind weiterhin verhandlungsbereit”, betont ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger.
Wie lange die Nachwirkungen spürbar sind, ist noch unklar. Die HHLA spricht von „zeitnahem“ Aufholen des Umschlags. In meinen Jahren in Hamburg habe ich gelernt: Jeder Tag Stillstand hier wirkt wie ein Sandkorn im Getriebe der weltweiten Warenströme. Die kommende Woche wird entscheidend – dann sitzen die Parteien in Hamburg wieder am Verhandlungstisch. Es geht um mehr als nur Prozentpunkte. Es geht um die Wertschätzung einer Berufsgruppe, die in Krisenzeiten das Land am Laufen hielt.
- Stumme Containerbrücken
- Leere Kaianlagen
- Keine Züge auf den Hafenbahngleisen
- 24-stündiger Warnstreik
- Mehr als 2.000 Beschäftigte in Hamburg
- Wichtige Verhandlungen in der kommenden Woche
| Thema | Details |
|---|---|
| Forderung der Gewerkschaft | 8,2 Prozent mehr Lohn |
| Angebot der Arbeitgeber | 5,1 Prozent über 19 Monate |
| Verhandlungsdauer | 12 Monate für die Gewerkschaft |
| Sonderzahlungen | Inbegriffen |
| Gewerkschaftsvertreter | Sylvi Krisch |
| Arbeitgebervertreter | Florian Keisinger |