Ein 18-Jähriger hat am Dienstag in einer Münchener U-Bahn mit einer Pistole hantiert. Das löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Zehn Streifenwagen rückten an. Der junge Mann wurde festgenommen.
Der Vorfall ereignete sich am U-Bahnhof Königsplatz, mitten im Herzen der Stadt. Der Verdächtige kommt aus dem Landkreis Dachau. In seinem Rucksack hatte er eine Schreckschusspistole. Er stellte den Rucksack vor sich ab und griff zur Waffe. „Dabei entstand ein bedrohlicher Eindruck», so die Polizei.
Ein 24-jähriger Fahrgast reagierte sofort. Er überwältigte den 18-Jährigen und hielt ihn fest. Dann passierte etwas Ungewöhnliches: Ein Bundeswehrsoldat in Uniform griff ein. Er nahm dem jungen Mann die Pistole ab. Als er die U-Bahn verließ, kamen die ersten Polizisten an. Der Soldat hielt die Hände mit der Waffe nach oben. „Er signalisierte: Die Situation ist unter Kontrolle», beschreibt die Polizei sein Verhalten.
Ich habe in meiner Zeit als Reporterin viele Polizeieinsätze erlebt. Solche Szenen in öffentlichen Verkehrsmitteln verunsichern die Menschen zutiefst. In München kennt man das eigentlich nicht so. Die Stadt gilt als sicher.
Die Ermittler klären nun, woher die Waffe stammt. Auch das Motiv des 18-Jährigen ist unklar. Niemand wurde verletzt. Das ist das Wichtigste. Aber die Frage bleibt: Was bewegt einen jungen Mann zu so einem Verhalten? Vielleicht war es Leichtsinn. Vielleicht steckt mehr dahinter. Die Antworten werden zeigen, ob hier eine ernste Gefahr bestand – oder ob es sich um einen fatalen Fehler handelte.