Die Sonne brennt vom Himmel in diesen Tagen, und doch scheint ein kalter Schatten auf die Zukunft der Solarenergie in Deutschland zu fallen. Gerade hat der Bundesverband Solarwirtschaft bekanntgegeben, dass das im EEG festgelegte Ausbauziel für 2026 – 128 Gigawatt Peak installierte Leistung – bereits jetzt erreicht ist. Ein deutlicher Erfolg, könnte man denken. Doch die Freude ist, wie ich aus meinen Gesprächen mit Unternehmern hier in Baden-Württemberg höre, getrübt. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, bringt es auf den Punkt: „Wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt.”
In der Tat, die Zahlen sind beeindruckend: Rund 17,5 Gigawatt wurden in den vergangenen beiden Jahren jeweils zugebaut. Aber der Blick auf die nächsten Meilensteine macht nachdenklich. Für 2030 sind 215 Gigawatt festgeschrieben. Um das zu schaffen, müsste der jährliche Zubau auf 20 Gigawatt steigen – und nicht, wie derzeit befürchtet, einbrechen. Der Zubau im ersten Halbjahr 2026 von gut 7,5 Gigawatt ist zwar leicht gestiegen, doch dahinter vermuten viele Vorzieheffekte. „Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen”, sagt Körnig. Das ist keine Lobbyisten-Floskel, das ist die bittere Erfahrung von vielen Handwerksbetrieben und Hausbesitzern, die ich kenne.
Die Sorge des Verbandes richtet sich auf die geplanten politischen Weichenstellungen. Die vom Kabinett beschlossene EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket müssten im parlamentarischen Verfahren dringend nachgebessert werden, so der Appell. Die Angst vor einem Ausbauknick ist real. Man spürt sie in den Werkhallen der Mittelständler.
Wir stehen an einem Scheideweg. Das Erreichte ist eine solide Basis, keine Garantie für die Zukunft. Wenn wir die nächsten Ziele – 215 Gigawatt bis 2030, 400 Gigawatt bis 2040 – ernst nehmen, dann muss die Politik jetzt für Planungssicherheit sorgen. Denn jeder Tag, an dem gezögert wird, ist ein verlorener Tag für den Klimaschutz und für eine unabhängige Energieversorgung. Die Frage ist nicht mehr, ob wir den Solarausbau wollen, sondern ob wir ihn jetzt entschlossen voranbringen – oder ihn durch halbherzige Signale ausbremsen.
- Erreichung von 128 Gigawatt Peak in 2026
- 17,5 Gigawatt Zubau in den letzten zwei Jahren
- Ziel von 215 Gigawatt bis 2030
- Notwendigkeit eines jährlichen Zubaus von 20 Gigawatt
- Ängste vor einem Ausbauknick
- Dringender Bedarf an Planungssicherheit
| Jahr | Geplantes Ziel (Gigawatt) | Aktueller Zubau (Gigawatt) |
|---|---|---|
| 2026 | 128 | 7,5 |
| 2030 | 215 | N/A |
| 2040 | 400 | N/A |