Viele Menschen fragen sich, wie sie mit 63 Jahren aus dem Beruf aussteigen können, selbst wenn die beliebte abschlagsfreie Rente bald Geschichte sein sollte. Die Politik diskutiert laut über deren Abschaffung. Doch der Wunsch bleibt – besonders bei denen, die durch gute Gehälter oder Abfindungen die finanzielle Lücke schließen können.
Fakt ist: Wer 35 Versicherungsjahre hat, kann bereits mit 63 in Rente gehen, die sogenannte Rente für langjährig Versicherte. Der Haken: Pro Monat, den man vor der regulären Altersgrenze startet, gibt es 0,3 Prozent Abschlag. Für Jahrgänge ab 1964 summiert sich das auf maximal 14,4 Prozent weniger Rente – ein dauerhafter Verlust. „Die Entscheidung für einen vorzeitigen Rentenbeginn ist eine der finanziell folgenreichsten im Leben“, sagt ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung. „Eine individuelle Berechnung ist unerlässlich.“
Hier setzen zwei Strategien an, um diese Kürzung auszugleichen. Erstens: Sonderzahlungen an die Rentenversicherung. Ab 50 kann man sozusagen Rentenpunkte kaufen, um den Abschlag zu kompensieren. Die höhere Rente fließt dann lebenslang und ist vor Inflation geschützt. Für einen Abschlag von 394 Euro monatlich könnten in einem Beispiel jedoch über 100.000 Euro fällig werden. Der Vorteil liegt in der Sicherheit und steuerlichen Absetzbarkeit. Das Geld ist aber im Umlageverfahren gebunden – für Erben meist verloren.
Die zweite Möglichkeit ist privater: Man akzeptiert die niedrigere gesetzliche Rente und füllt die monatliche Lücke aus eigenem Vermögen, etwa mit Ersparnissen oder Kapitalerträgen. Das gibt Flexibilität und Erbchancen. Allerdings muss man das Risiko selbst tragen: Niemand weiß, wie lange das Vermögen bei steigenden Lebenshaltungskosten reichen muss. In meinen Gesprächen mit Finanzberatern in Düsseldorf höre ich immer wieder: Diese private Rechnung geht ohne einen großzügigen Puffer und eine konservative Planung oft nicht auf.
Welcher Weg besser ist, hängt vom Einzelfall ab. Wer Sicherheit und eine lebenslange, indexierte Zahlung will, für den könnte der Weg über die Rentenversicherung passen. Wer flexibel bleiben und vererben möchte, zieht die private Lösung vor. Vergessen Sie dabei nie die Krankenversicherung und eventuelle Betriebsrenten, deren Auszahlung oft an den Rentenstart gekoppelt ist.
Die Debatte um die Rente mit 63 zeigt vor allem eines: Die Verantwortung für einen gesicherten Ruhestand liegt immer mehr bei jedem Einzelnen. Es lohnt sich, frühzeitig die eigenen Optionen zu prüfen – am besten mit einer konkreten Auskunft der Deutschen Rentenversicherung zur Hand. Denn am Ende geht es nicht nur um Zahlen, sondern um die Freiheit, den Lebensabend selbstbestimmt zu gestalten.
- Rente mit 63: Wer kann?
- Abschläge: Pro Monat 0,3 Prozent
- Sonderzahlungen: Rentenpunkte kaufen
- Private Lösung: Lücken mit Vermögen füllen
- Risiken: Unvorhersehbare Lebenshaltungskosten
- Beratung: Individuelle Finanzplanung notwendig
| Aspekt | Rentenversicherung | Private Lösung |
|---|---|---|
| Sicherheit | Hoch | Niedrig |
| Flexibilität | Niedrig | Hoch |
| Erbchancen | Niedrig | Hoch |
| Inflationsschutz | Ja | Nein |
| Steuerliche Absetzbarkeit | Ja | Nein |
| Langfristige Planung | Nötig | Sehr nötig |