Über dem Berchtesgadener Land hängt noch immer der Rauchgeruch. Er erinnert an die Nacht, in der das Kehlsteinhaus in Flammen stand. Die Ermittler haben inzwischen ein genaueres Bild von dem Mann, der das Feuer gelegt haben soll. Es ist das Bild eines Menschen, dessen Leben schon lange vor dieser Tat von Brüchen geprägt war.
Ein schwerer Snowboardunfall auf dem Jenner vor fünfzehn Jahren bildet darin ein zentrales Kapitel. Der damals 18-Jährige war damals mit seinem Vater auf einer Skitour. Sie verirrten sich, fuhren über eine gesperrte Piste ab und der junge Mann kollidierte mit einem gespannten Pistenraupenseil. Die Bergwacht barg ihn mit schweren Verletzungen. Dieser Sturz, so berichten es Polizeikreise, habe sein Leben nachhaltig verändert. Aus einer Jugend, die vom Sport in den heimischen Bergen bestimmt war, wurde etwas anderes.
Jetzt, mit 33 Jahren, steht derselbe Mann im Fokus einer spektakulären Brandstiftung. Er befindet sich in einer psychiatrischen Klinik. Die Staatsanwaltschaft Traunstein prüft eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit. Seine psychische Erkrankung ist ein Faktor, den die Ermittler nun sehr ernst nehmen.
Erst vor wenigen Wochen hat er sich bei der Polizei noch zu einem anderen Vorfall bekannt. Er gestand einen Angriff vom Krampustag 2013, bei dem ein 25-Jähriger durch eine Flasche im Gesicht schwer am Auge verletzt wurde. Ob diese Tat aus dem Jahr 2013 noch verfolgt werden kann, ist fraglich. Die Verjährung könnte bereits eingetreten sein. Für die Ermittler rund um den Kehlsteinhaus-Brand ist dieses späte Geständnis jedoch ein weiteres Puzzleteil.
Was treibt einen Menschen von den Skipisten in die Psychiatrie und von einem späten Geständnis zu einem mutmaßlichen Brandanschlag? Die Antwort liegt vielleicht nicht in einem einzelnen Motiv, sondern in einer Kette von Ereignissen. Der Unfall, die Verletzungen, eine daraus folgende Erkrankung – sie bilden einen Hintergrund, vor dem die aktuelle Tat erscheint. Ein psychiatrischer Gutachter wird nun entscheiden müssen, in welchem Zusammenhang diese Lebensgeschichte mit den Flammen auf dem Obersalzberg steht.
Die Bergwacht, die ihn einst vom Jenner rettete, musste in der Brandnacht erneut ausrücken. Sie befreite eingeschlossene Feuerwehrleute aus der eisigen Kälte. Eine bittere Ironie des Schicksals. Die Ermittlungen dauern an. Sie werden zeigen, wie weit ein Leben wirklich von seiner Vergangenheit eingeholt werden kann.
- Schwerer Snowboardunfall auf dem Jenner
- Verirrung während der Skitour
- Kollision mit einem Pistenraupenseil
- Psychische Erkrankung
- Geständnis eines Angriffs aus 2013
- Ermittlungen zu Brandstiftung
| Alter | Hintergrund | Aktuelle Situation |
|---|---|---|
| 18 | Schwerer Unfall | 33 Jahre – Psychiatrische Klinik |
| 25 | Angriff mit Flasche | Ermittlungen dauern an |