Die ersten Weihnachtsmärkte öffnen in diesem Jahr in Berlin schon, bevor der Herbst richtig zu Ende ist. Während die großen Saisonmärkte am Gendarmenmarkt oder Alexanderplatz traditionell erst am 23. November starten, beginnt für manche das Fest bereits an Halloween.
An der Landsberger Allee in Lichtenberg startet die «Lichtenberger Winterzeit» bereits am 31. Oktober. Das ist kein klassischer Weihnachtsmarkt, sondern ein Winterrummel mit Fahrgeschäften, der bis Ende Dezember läuft. Wer mittwochs kommt, zahlt weniger für die Fahrten. „Für Familien mit Kindern ist das ein willkommenes Angebot in der dunklen Jahreszeit“, sagt eine Marktbetreiberin, mit der ich gesprochen habe. Ich erinnere mich an ähnliche frühe Rummelsaison-Starts in meiner Hamburger Heimat. Das ist pragmatisch. Die Leute suchen Lichter und Gemeinschaft, lange bevor der erste Adventskranz im Wohnzimmer steht.
Fast noch früher dran ist die Berliner queere Community. Vom 4. bis 21. November verwandelt sich der Nollendorfplatz in Schöneberg in die „LGBTQIA-Winterdays“. Hier gibt es Drag-Bingo und ein musikalisches Programm, das von Schlager bis Rock reicht. Das ist mehr als ein Markt, es ist ein deutliches Statement der Sichtbarkeit und des feiernden Miteinanders in einem historischen Viertel der Stadt.
Wer es historisch mag, kann ab dem 12. November auf das RAW-Gelände in Friedrichshain fahren. Der Historische Weihnachtsmarkt feiert sein zehntes Jubiläum mit mittelalterlichem Handwerk, Gauklern und sogar Axtwerfen. Der Eintritt ist unter der Woche moderat, montags sogar frei. Das ist eine clevere Regelung, um den Besuch auch für Menschen mit schmalerem Geldbeutel attraktiv zu machen.
Diese frühen Märkte zeigen einen Trend, den ich in den letzten Jahren immer wieder beobachte: Die Weihnachtszeit dehnt sich aus. Die Sehnsucht nach gemütlichen Treffpunkten im Freien, nach Licht und Wärme gegen die November-Dunkelheit ist groß. Die Betreiber reagieren darauf mit ganz unterschiedlichen Konzepten, vom Familientag bis zum queeren Kulturfest.
Für Sie bedeutet das mehr Wahlmöglichkeit. Sie müssen nicht bis Ende November warten, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Aber Sie sollten genau hinschauen: Was suchen Sie? Den Rummel für die Kinder, das besondere Kunsthandwerk oder ein kulturelles Gemeinschaftserlebnis? Die Antwort darauf finden Sie vielleicht schon Anfang November irgendwo in Berlin.
- Lichtenberger Winterzeit
- LGBTQIA-Winterdays
- Historischer Weihnachtsmarkt
- Fahrgeschäfte und Attraktionen
- Kulturelle Gemeinschaftserlebnisse
- Familienfreundliche Angebote
| Markt | Startdatum | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Lichtenberger Winterzeit | 31. Oktober | Winterrummel, Fahrgeschäfte |
| LGBTQIA-Winterdays | 4. November | Drag-Bingo, Musikprogramm |
| Historischer Weihnachtsmarkt | 12. November | Mittelalterliches Handwerk, Axtwerfen |