Es sind die unsichtbaren Gesichter einer Krise, die man in Dortmund an jeder zweiten Straßenecke spüren kann. Sie schlafen bei Freunden, auf Notbetten oder in überfüllten Übergangseinrichtungen – Jugendliche ohne eigene vier Wände. Anna ist 24 und weiß, wie das ist. „Es gibt Nächte, da denkst du: Wo schlafe ich morgen?“, erzählt sie mir. Ihr Weg zeigt, wie brüchig die Sicherheit für junge Menschen geworden ist.
Vor einigen Jahren war Anna selbst ein sogenannter „Sofahopper“. Nach heftigen Konflikten zu Hause und Mobbing in der Schule blieb ihr oft nichts anderes übrig, als von einem Freundesbett zum nächsten zu wandern. „Man fühlt sich wie eine Last“, sagt sie. Diese verdeckte Wohnungslosigkeit ist ein riesiges Problem. Fachleute wie Daniela Schmidt von der Diakonie Dortmund schätzen, dass in der Stadt mehrere hundert junge Menschen betroffen sind. Sie sagt: „Das zermürbt die Seele. Ohne festen Ort kann sich niemand entwickeln.“
Annas Wendung kam mit einer beharrlichen Sozialarbeiterin und dem Programm „Jugendwohnen“ des Jugendamts. Die Suche nach einer eigenen Wohnung war dennoch ein Kampf. „Absage, Absage, Absage“, erinnert sie sich. „Du fühlst dich machtlos.“ Dann, vor einem Jahr, das Glück: eine kleine Einzimmerwohnung in Dortmund-Eving. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, strahlt Anna. Plötzlich konnte sie pünktlich zur Schule, ihre Sachen irgendwo lassen – einfach leben.
Ihre Geschichte ist ein kleines Signal in einer großen Not. Denn während Anna jetzt ihre Ausbildung plant, drängen immer neue junge Menschen in die Beratungsstellen. Die Wartelisten für geförderte Wohnprojekte sind lang, der private Markt oft unbezahlbar. Was bleibt, ist der Appell von Expert:innen, mehr bezahlbaren Wohnraum speziell für Jugendliche zu schaffen. Anna hat es geschafft. Für wie viele andere tickt noch die Uhr?
- Unsichtbare Gesichter einer Krise
- Jugendliche schlafen bei Freunden
- Konflikte zu Hause und Mobbing in der Schule
- Verdeckte Wohnungslosigkeit als großes Problem
- Appell für mehr bezahlbaren Wohnraum
- Annas Erfolgsgeschichte als Hoffnung
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Anna’s Alter | 24 Jahre |
| Grund der Wohnungslosigkeit | Heftige Konflikte |
| Vorheriger Wohnstatus | Sofahopper |
| Aktueller Wohnstatus | Einzimmerwohnung |
| Wartezeit für Wohnprojekte | Lang |
| Wichtige Forderung | Mehr bezahlbaren Wohnraum |