Heute Nachmittag strömten fast 2.000 Menschen durch die Straßen Erfurts, junge Gesichter unter selbstgemalten Schildern. Bilden statt Ballern stand da, oder ein klares „Nein zur Wehrpflicht“. Die Polizei spricht von einer weitgehend friedlichen Versammlung. Ein Rauchtopf zischte, Gesichter waren vereinzelt vermummt. Doch der Ton war anders als bei manchen Protesten im Ausland – hier ging es nicht um Randale, sondern um eine lautstarke Liste von Sorgen.
Die Jugendlichen kritisierten scharf die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Regierung. Ihr Ärger richtet sich gegen:
- Sozialabbau
- steigende Lebenshaltungskosten
- mehr Klimaschutz
- Solidarität mit Palästina
- Investitionen in Schulen
- psychologische Hilfe
Auch Solidarität mit Palästina war ein Thema. Einer der lokalen Veranstalter zeigte sich zufrieden mit dem Zuspruch. „Wir haben uns als lokale Akteure zusammengefunden“, betonte er und distanzierte sich von der bundesweiten Initiative „Gen Z regelt“. Dennoch war ihr Motto überall zu hören. Bundesweit gingen in über 30 Städten Tausende auf die Straße.
Vor den Protesten gab es Unklarheit und auch Bedenken. Auf einer Website der Initiative wurden über 10.000 Zusagen für den Erfurter Domplatz gelistet. Angemeldet war aber nur eine Versammlung für 100 Personen auf dem Anger. Ein kurzes Chaos folgte: Junge Menschen kamen am Domplatz an, Aktivisten schickten sie weiter. „Anger oder Domplatz?!“ riefen sie sich auf halber Strecke zu. Aus Sorge vor Vandalismus hatten einige Geschäfte ihre Schaufenster vorsorglich mit Holz verbarrikadiert. Zu Ausschreitungen kam es aber nicht.
Was bleibt, ist der deutliche Ruf einer Generation. Sie fordert mehr Investitionen in ihre Zukunft:
| Thema | Forderung |
|---|---|
| Bildung | Investitionen in Schulen |
| Gesundheit | psychologische Hilfe |
| Soziale Gerechtigkeit | mehr Chancengleichheit |
| Militärdienst | keine Rückkehr zur Wehrpflicht |
| Überwachung | keinen Ausbau der staatlichen Überwachung |
| Klimaschutz | mehr Maßnahmen für den Umweltschutz |
In Thüringen ging die Landesregierung nicht von Gewalt aus – und behielt recht. Die Bilder aus Erfurt zeigen keine zerstörten Läden, sondern diskutierende junge Menschen. Vielleicht ist das die eigentliche Nachricht.